Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe des Bildungswerkes Weiterdenken hält Johannes Lichdi am Donnerstag, den 25. Oktober 19:30 Uhr an der Hochschule Zittau/Görlitz einen Vortrag über Energiepolitik und Braunkohle in Sachsen.
Hintergrund: Wer anerkennt, dass nur eine Temperaturerhöhung um höchstens 2 Grad in den nächsten Jahrzehnten von Natur, Mensch und Wirtschaft zu verkraften ist, hat ein Ziel vor Augen: 2 Grad bedeuten, dass der durchschnittliche CO2-Ausstoß pro Mensch und Jahr schon in 40 Jahren von heute in Deutschland über 10 auf 2 Tonnen reduziert werden muss. Dabei werden wir kaum darauf hoffen können, dass afrikanische oder asiatische Länder, dass Indien oder China in den nächsten Jahrzehnten bei ihrem heutigen Niveau von 1 bis 2 Tonnen pro Jahr und Person bleiben. 2 Tonnen/Person und Jahr in Sachsen bedeuten eine Reduzierung von 80%. Die Weichen dafür werden gerade jetzt und in den nächsten 10 Jahren gestellt und sie betreffen nicht nur die Energieeinsparung in den privaten Haushalten, beim Verkehr, bei der Gebäudeheizung und -kühlung und in der verarbeitenden Industrie. Diese Reduzierung wird nur zu erreichen sein, wenn wir unsere Energie auch nahezu CO2-neutral bereitstellen.
Was leistet vor diesem Hintergrund das Klimaschutzprogramm der sächsischen Staatsregierung? Wie passt dazu die Genehmigung eines neuen 670-MWBlocks des Krafwerks Boxberg, der ab 2010 allein 5 Mio. Tonnen CO2 pro Jahr emittieren wird, also eine ganze Tonne pro Sachse? Kann der europäische Emissionshandel einen Beitrag zur CO2-Reduzierung leisten? Ist eine sichere Energieversorgung ohne Kohle und Atomkraft möglich? Bringen erneuerbare Energien Arbeitsplätze oder vernichten sie diese?
Diese Fragen wird Johannes Lichdi in seinem Vortrag und in der Diskussion zu beantworten versuchen.
Ort: Hochschule Zittau/Görlitz, Aula Hermann-Heitkamp-Haus GI, Furtstraße Görlitz. (Blaues Haus)