Die bündnisgrüne Stadtratsfraktion Dresden und Johannes Lichdi führten am Montag, dem 16.04. im Projekttheater, Louisenstraße 47 ein Gesprächsforum zum Feinstaub ein. Dort wurde über den Luftreinhalteplan Dresden informiert und die Schadstoffproblematik mit Experten und interessierten Betroffenen diskutiert.
Katharina Schmidt-Göhrich, Fachärztin für Innere Medizin, legte dar, dass Feinstäube und Stickoxide nicht nur die Atmungsorgane schädigen, sondern auch das Herz-Kreislaufsystem und sogar das Immunsystem. Dr. Ingo Düring, Feinstaubexperte und Niederlassungsleiter des Ingenieurbüros Lohmeyer GmbH & Co. KG in Radebeul skizzierte mögliche Maßnahmen zur Feinstaubreduktion und deren Wirksamkeit. Dr. Matthias Mohaupt, Abteilungsleiter Verkehrsentwicklungsplanung der Stadtverwaltung Dresden stellte den derzeitigen Planungsstand des LKW-Führungskonzeptes vor.
„Insgesamt wurde klar, dass die bisher vorgesehenen Maßnahmen zur
Feinstaub- und Stickoxidreduktion absolut unzureichend sind, weil die
gesetzlichen Grenzwerte trotzdem überschritten werden“, so Johannes Lichdi,
Stadtrat und MdL.
Die Stadt schlägt in ihrer Stellungnahme zum Luftreinhalteplan die
Anschaffung schadstoffarmer Dienstwagen für die Landesbehörden vor. Ferner könnte Tempo 100 auf stadtnahen Autobahnabschnitten eine Emissionsreduktion um 30% bringen.
„Diese und weitere Reduktionsmaßnahmen sollten im Interesse unserer
Gesundheit unbedingt geprüft werden, so Johannes Lichdi. „Eine Umweltzone
macht zum Beispiel nur Sinn, wenn sie auch auf die feinstaubbelastete
Altstadt oder noch über den 26-er Ring hinaus ausgedehnt wird. Wichtig ist
außerdem die Sanierung von Kopfsteinplasterholperpisten, was gleichzeitig
gut für den Lärmschutz ist.“
Die Veranstaltungsbesucher wiesen immer wieder auf die
feinstaubreduzierende Wirkung von Grünzonen und Bäumen hin. „ Auch aus
Gründen von Klimaschutz und Lärmschutz ist eine stärkere Begrünung dringend geboten“, so Lichdi abschließend. „Nur hat im Einzelfall der Stadtrat
mehrheitlich leider immer wieder andere Prioritäten gesetzt. Ein Umdenken
ist hier dringend erforderlich“