Dresden. Der Landesverband der NPD-Jungendorganisation 'Junge Nationaldemokraten Sachsen' (JN) führt am 24. Juni 2006 in Chemnitz eine 'Symbol-Wanderung' mit vorheriger Kundgebung am Karl-Marx-Monument durch.
Der Rechtsextremismusexperte der Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, Johannes Lichdi, fordert die Chemnitzer Bürger auf, der Nazi-Kundgebung entgegenzutreten: "Egal, ob am Samstag zehn oder hundert Nazis aufmarschieren werden, Wegsehen und Totschweigen sind der falsche Weg. Dadurch hat sich bereits in der Vergangenheit rechtsextremistisches Gedankengut in weiten Bevölkerungskreisen verbreiten können."
Der grüne Innenpolitiker macht deutlich, dass sich die JN-Parolen 'Gegen die soziale Demontage' und 'Für einen sozialen Nationalstaat' nur vordergründig für sozialpolitische Fragen stehen. "Diese Parolen seien als Teil der NPD-Strategie, die soziale Frage zu 'nationalisieren' zu verstehen", so Lichdi. "Die Sozialordnung, die den 'Jungen Nationaldemokraten' vorschwebt, ist die des Dritten Reiches", so Lichdi.
"Gefahr geht aber nicht nur von demonstrierenden Nazis, sondern vor allem vom alltäglichen Rassismus und Fremdenhass und einer weit verbreiteten Demokratiefeindlichkeit aus." Johannes Lichdi fordert die Chemnitzer Demokratinnen und Demokraten auf, ihre gemeinsamen Grundwerte aktiv zu verteidigen: "Über Parteigrenzen hinweg müssen wir deutlich machen, dass Demokratie, Menschenrechte und Toleranz die Basis einer weiteren guten Entwicklung von Chemnitz sind."